9.005 Kinder in Kiel

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Kind mit Hartz 4 T-Shirt vor Mauer

Kinderschutz: Kinder brauchen sichere Räume

Hier ein paar Infos zum Kinderschutz, denn Kinder brauchen sichere Räume und wir alle können etwas dafür tun.

Am 21. September 1954 wurde der erste Weltkindertag gefeiert, welcher ursprünglich eingeführt wurde, um mehr Rechte und Schutz für Kinder zu fördern und die Arbeit des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen UNICEF zu unterstützen.

In Deutschland wird Kinderschutz in verschiedenen Gesetzen geregelt, unter anderem im Bundeskinderschutzgesetz (BKiSchG), das 2012 in Kraft getreten ist. Im § 1 Absatz 1 wird der Zweck des BKiSchG wie folgt definiert:

„Ziel des Gesetzes ist es, das Wohl von Kindern und Jugendlichen zu schützen und ihre körperliche, geistige und seelische Entwicklung zu fördern.“

Laut „Aktion Deutschland hilft“ werden weltweit jedes Jahr eine Milliarde Kinder Opfer von Gewalt und Ausbeutung:

  • Mehr als 700 Millionen minderjährige Frauen wurden in der Vergangenheit zwangsverheiratet.
  • Ca. 10 Millionen Kinder wurden Opfer von Zwangsprostitution.
  • Mehr als 15 Millionen Kinder arbeiten als moderne Sklaven in fremden Haushalten.
  • Es gibt weltweit etwa 250.000 Kindersoldaten.
  • Alle 5 Minuten stirbt ein Kind durch Gewalt und Missbrauch.

Auch in Deutschland leiden immer noch Kinder unter Gewalt oder Vernachlässigung. Wann greift der Kinderschutz? Wie wird Kinderschutz im Familienrecht definiert? Welche Aufgaben übernimmt beim Kinderschutz das Jugendamt? Wie können Kinder geschützt werden?

Wie wird Kinderschutz definiert?

Unter Kinderschutz sind alle rechtlichen Regelungen und Maßnahmen seitens der staatlichen oder nichtstaatlichen Institutionen zu verstehen, die Kinder vor jeglicher Art von Beeinträchtigung schützen. Der Kinderschutz greift bei Kindern und Jugendlichen in jedem Alter und soll diesen in allen Situationen des Lebens Sicherheit bieten. Der Kinderschutz hat das Ziel, unangemessene Behandlungen, Misshandlungen, Ausbeutungen, Verwahrlosigkeit, Armut oder Krankheit vorzubeugen und zu beseitigen.

Der Kinderschutz greift nicht nur innerhalb der Familie, sondern auch in der Schule und im Kindergarten. Eltern und Betreuer haben demnach eine sogenannte „Erziehungs- und Bildungspartnerschaft“.

Welche Rolle spielt das Jugendamt beim Kinderschutz?

In Deutschland gibt es rund 600 Jugendämter, die Erziehungsberechtigte bei der Betreuung und Bildung von Kindern und Jugendlichen unterstützen. Das Jugendamt bietet vorbeugende und unterstützende Maßnahmen, die einem positiven Zusammenleben innerhalb der Familie dienen. Darüber hinaus wird das Jugendamt in Notsituationen aktiv und geht Hinweisen auf Verstöße gegen den Kinderschutz nach, um Kindern und Jugendlichen zu helfen. 

Beim Kinderschutz muss das Jugendamt stets zwischen dem Schutz der Kinder und den Rechten der Eltern abwägen. Unter Umständen kann das Jugendamt jedoch den Eltern das Kind entziehen und dieses vorübergehend in Sicherheit bringen oder von einem Kinderarzt untersuchen lassen. Die Rechte der Eltern einschränken kann das Jugendamt allerdings nicht, sondern nur ein Familiengericht. 

Das Jugendamt ist unter anderem bei Problemen und Sorgen auch eine Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche.  

Wie können Kinder geschützt werden?

Nicht nur Eltern haben die Aufgabe, ihre Kinder zu schützen, auch Lehrer und Erzieher sind dazu verpflichtet, bei Anzeichen von Gefährdung Maßnahmen zum Kinderschutz zu ergreifen. So müssen sie betroffenen Familien Hilfestellungen geben oder das Jugendamt informieren, wenn unter anderem Kinder zu oft in der Schule bzw. in der Kindertagesstätte fehlen, dauerhaft müde sind oder am Körper Spuren von Gewalt tragen.

Es gibt des Weiteren zahlreiche staatliche oder gemeinnützige Organisationen, die Kinder- und Jugendhilfe oder Familienberatung anbieten. Darüber hinaus haben Eltern sowie Kinder- und Jugendliche die Möglichkeit, die Kinderschutzhotline zu wählen und eine anonyme Telefonberatung in Anspruch zu nehmen: 

  • Elterntelefon: 0800 111 0 550
  • Kinder- und Jugendtelefon: 116 111

Quellen: www.aktion-deutschland-hilft.de

Ein Text des Berufsverbands der Rechtsjournalisten e.V.

Der BvdR. e.V.  ist der Zusammenschluss von Rechtsjournalisten und Rechtsanwälten aus ganz Deutschland, die Rechtsbeiträge zu verschiedensten Themen, etwa auf den Portalen www.familienrecht.net und www.datenschutz.org,  veröffentlichen. 

Der Verband wurde im August 2015 von dem Rechtsanwalt Mathis Ruff in Berlin ins Leben gerufen.  Übergeordnetes Ziel ist es, umfassende Informationsportale zu schaffen, auf denen sich interessierte Bürgerinnen und Bürger über sämtliche relevanten Rechtsbereiche in Deutschland informieren können.

Erwachsener hält Hand eines Kindes